Die Gründungsgeschichte Wiens ist vielschichtig und nicht mit der Tätigkeit einer einzigen Person verbunden, sondern spiegelt vielmehr eine Reihe von Zivilisationsetappen und einflussreichen Gemeinschaften wider. Die ersten dauerhaften Siedlungen in diesem Gebiet wurden von keltischen Stämmen errichtet, die damit den Grundstein für die zukünftige Urbanisierung legten. Doch erst die Römer gaben diesem Ort eine klare militärische und administrative Form, indem sie hier ein befestigtes Militärlager und eine Siedlung namens Vindobona mit allen Merkmalen einer funktionalen Stadt gründeten. Die endgültige Umwandlung in ein vollwertiges mittelalterliches Zentrum erfolgte dank der mittelalterlichen Herrscher. Mehr dazu auf viennayes.eu.

Die ersten dauerhaften Siedlungen auf dem Gebiet Wiens
Die Geschichte Wiens beginnt im 1. Jahrtausend vor Christus. Um 500 v. Chr. wurde das Gebiet, das an einer günstigen Kreuzung von Wegen entlang der Donau lag, erstmals von keltischen Stämmen besiedelt. Diese alte Siedlung, die wahrscheinlich Vedunia oder Vindobona genannt wurde, bedeutete wörtlich „Waldbach“ oder „weiße Quelle“ (von den keltischen Wörtern windo – „weiß oder hell“ und bona – „Basis, Siedlung“).
Obwohl diese Stämme nicht als „Stadtgründer“ im modernen Sinne betrachtet werden können, legten sie die ersten Grundlagen für eine dauerhafte Besiedlung, indem sie einen strategisch wichtigen Ort wählten, der später seine Entwicklung begünstigte.
Vindobona: Die Geburt der strukturierten Stadt
Ein kardinaler Wendepunkt trat im 1. Jahrhundert nach Christus ein, als die Römer in das Gebiet kamen. Im Rahmen der Erweiterung des Imperiums und der Schaffung der Verteidigungslinie Limes entlang der Donau wurde hier ein mächtiges Militärlager (Castrum) errichtet, das Vindobona genannt wurde. Dies war der lateinische Name der keltischen Siedlung, die zu einem wichtigen Verteidigungspunkt Roms und Teil der Provinz Pannonien wurde.
Das Lager diente als Basis für Legionen und war von Befestigungen, Kasernen und Fortifikationen umgeben. Mit der Zeit wuchs neben dem Militärlager eine zivile Siedlung (Canabae), in der sich Händler, Handwerker und Bauern niederließen – so entstanden die ersten städtischen Gemeinschaften. Archäologische Daten deuten darauf hin, dass Vindobona bereits im 2. Jahrhundert n. Chr. den vollen Municipalstatus (Municipium) erhalten haben könnte, was ihre tiefe europäische Antike bezeugt.
Gerade die römischen Legionäre und zivilen Bewohner dieser Siedlung kommen der Vorstellung der „Stadtgründer“ am nächsten, da sie eine periodisch geordnete Siedlung mit entwickelter Infrastruktur, Wirtschaft und Handel schufen, die die Struktur des zukünftigen Wiens bestimmte.

Die Umwandlung in die Stadt: Von der ersten Erwähnung zur Residenzstadt
Nach dem Zerfall des Römischen Reiches im 5. Jahrhundert n. Chr. existierten auf dem Gebiet des ehemaligen Vindobona weiterhin Bevölkerungsgruppen. Obwohl die archäologische Information über das Leben dieser Region zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert begrenzt ist, erfolgte die erste schriftliche Erwähnung des Namens, der dem modernen „Wien“ (Wenia) nahekommt, im Jahr 881 in den Salzburger Chroniken. Dies war die erste dokumentarische Bestätigung einer stabilen Siedlung im frühen Mittelalter.
Kardinale Veränderungen im politischen Status der Siedlung begannen im Jahr 976, als das Gebiet von Wien in das Markgrafschaft Ostarrîchi eingegliedert wurde, das später zum Kern Österreichs wurde.

Ein Schlüsselmoment war das Jahr 1155, als Herzog Heinrich II. Jasomirgott aus der Babenberger-Dynastie beschloss, seine Residenz nach Wien zu verlegen. Dieser Schritt erhöhte nicht nur die politische Bedeutung der Siedlung, sondern trug auch zu ihrer raschen Umwandlung in ein wichtiges Verwaltungszentrum bei.
Die endgültige Festigung des Status erfolgte im Jahr 1221, als Wien die vollen Stadtrechte (City Rights) verliehen wurden. Diese Entscheidung garantierte die Autonomie der lokalen Selbstverwaltung un