Der Zweite Weltkrieg fügte Wien großen Schaden zu, er verstümmelte das Leben Tausender Menschen und nahm ihnen das Wertvollste. Am 12. März 1938 gab Adolf Hitler der Wehrmacht den Befehl, Österreich zu besetzen. Bereits am 13. März wurde der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich verkündet. Zwei Tage später hielt Hitler eine Rede vor den Menschen in Wien, schreibt viennayes.eu.
Die Vernichtung der Juden

Seit 1933 hatte Hitler geplant, seine Heimat in das Deutsche Reich einzugliedern. Im März 1938 geschah dies. Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland wehten Hakenkreuzfahnen an allen öffentlichen Gebäuden in Wien. Die Stadt war besetzt, doch die Bürger führten ihr Leben zunächst wie gewohnt fort. Allerdings ahnten die Menschen nicht, welche Härten ihnen in Zukunft bevorstanden.
1939 war der Krieg in vollem Gange und Lebensmittel in Wien wurden rationiert. Um eine strenge Kontrolle über die Ausgabe zu gewährleisten, wurden Bezugsscheine eingeführt. Das bedeutete, dass eine Person Brot, Kartoffeln und andere Produkte nur gegen Vorlage dieses Papiers erhalten konnte. Dies dauerte bis 1945 an.
1939 begannen die Deportationen und Morde an der jüdischen Bevölkerung. Hitler hasste die Juden und war zu allem bereit, um diese Nation von der Erde auszulöschen. Den Wienern wurde erzählt, dass die Juden an der Arbeitslosigkeit und anderen Problemen schuld seien, und viele verzweifelte Menschen glaubten dies. Da die Juden überwiegend Kaufleute waren und eigene Unternehmen und Geschäfte besaßen, erzielte der Staat durch sie erhebliche Einnahmen.
Bald wurden verschiedene Strafmaßnahmen gegen Juden ergriffen. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es in Wien zu Pogromen, bei denen 42 Synagogen in Brand gesteckt wurden. Tausende jüdische Geschäfte und Häuser wurden geplündert und konfisziert. Über 6.000 Menschen jüdischer Herkunft wurden inhaftiert.
Eine wahre Folter für die Juden waren die Konzentrationslager, in denen viele an Entkräftung und Hunger starben. Noch schlimmer war es in den Vernichtungslagern, wo die Menschen direkt nach ihrer Ankunft erschossen wurden.
Als der Zweite Weltkrieg endete, wurde bekannt, dass Hitler 1.000.000 Juden ermordet hatte.
Die Schlacht um Wien und die Besetzung durch die Alliierten

Von 1944 bis März 1945 wurden im Radio 115 Alarmsignale gesendet, die die Menschen aufforderten, in die Luftschutzbunker zu fliehen. Darauf folgten rund 52 schwere Angriffe. Einen besonders heftigen Bombenangriff erlebte Wien am 12. März 1945. Damals wurde das Stadtzentrum beinahe zerstört.
Im Zeitraum vom 6. bis 13. April fand die entscheidende Schlacht um Wien statt. Einige Tage zuvor war Frauen und Kindern befohlen worden, die Stadt zu verlassen. Sowjetische Truppen drangen von Westen her in Wien ein. Am Donaukanal wurden alle bestehenden Brücken zerstört. Am 13. April verließen die NS-Truppen die Stadt.
Doch für Freude war es zu früh, denn Wien wurde von den alliierten Truppen – amerikanischen, sowjetischen, französischen und britischen – besetzt. In dieser Zeit wurde die demokratische Regierung wiederhergestellt. Theodor Körner, der zum Bürgermeister von Wien ernannt wurde, begann aktiv mit dem Aufbau der Stadtregierung.
Die Luftangriffe der Alliierten forderten einen schrecklichen Tribut. In Wien kamen dabei fast 9.000 Menschen ums Leben und unzählige Gebäude wurden zerstört. Die Infrastruktur, Kulturdenkmäler sowie Gas- und Wasserleitungen wurden schwer beschädigt.

Mehr als eine Million Menschen starben an Hunger, und Kriegsgefangene wurden in Arbeitslager deportiert. In Polen wurde die größte Anzahl an Vernichtungslagern errichtet. Die Zahl der Opfer des Zweiten Weltkriegs ist erschütternd: es starben zwischen 55 und 56 Millionen Menschen, und das sind nur ungefähre Zahlen.
Die Besatzung dauerte 10 Jahre. Endlich, am 15. Mai 1955, geschah das, worauf die Menschen viele Jahre gewartet hatten – der Staatsvertrag wurde unterzeichnet. Der österreichische Außenminister Leopold Figl verkündete freudig: „Österreich ist frei!“. Von diesem Moment an begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Landes.
Nach Kriegsende kehrten viele Juden, die Wien verlassen hatten, und diejenigen, die wie durch ein Wunder die Konzentrationslager überlebt hatten, zurück. Das von den Nationalsozialisten konfiszierte Eigentum konnte nur teilweise zurückgegeben werden.
Zum Gedenken an das Leiden der Juden wurde 1999 auf dem Judenplatz im 1. Bezirk ein Mahnmal errichtet.