Sonntag, Mai 10, 2026

Karl Lueger – Wiener Bürgermeister und Prediger des Antisemitismus

Helmut Zilk war nicht nur ein weltweit bekannter Politiker, sondern auch Fernsehjournalist und Schriftsteller. Helmut Zilk wurde als einer der charismatischsten und eloquentesten Bürgermeister Wiens in dessen gesamter Geschichte bezeichnet. Zilk leistete einen enormen Beitrag zur Entwicklung der Kultur in der österreichischen Hauptstadt. Über das Leben und Wirken von Helmut Zilk lesen Sie hier viennayes.eu

Auf der Suche nach sich selbst

Helmut Zilk wurde am 9. Juni 1927 in Wien in eine liberale Familie geboren. Als der Junge elf Jahre alt war, marschierten die Nationalsozialisten in Wien ein. Während des Zweiten Weltkriegs wollte er der Jugendorganisation „Hitlerjugend“ beitreten, doch sein Vater verbat ihm dies kategorisch. Nach erfolgreichem Abschluss der Universität Wien begann Zilk als Lehrer an einer Grund- und später an einer Mittelschule zu arbeiten. Er förderte die Erziehung als einen Wert, der die Persönlichkeit formt. 

1946 wurde Helmut Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) und trat 1950 der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) bei. 

Im Jahr 1955 beschloss Helmut Zilk, sich im Rundfunk zu versuchen. Zunächst arbeitete er als freier Mitarbeiter für Jugendprogramme und übernahm ab 1959 eine führende Rolle bei der Entwicklung eines Schulfernsehprogramms, das sich den Möglichkeiten der Berufsbildung widmete.

1979 wurde Zilk auf Anordnung des damaligen Wiener Bürgermeisters Leopold Gratz zum Stadtrat für Kultur ernannt. 

Bürgermeister von Wien

Im Jahr 1984 kandidierte Zilk erstmals für das Amt des Wiener Bürgermeisters und gewann. Von seinen Vorgängern unterschied sich der frischgebackene Bürgermeister dadurch, dass er sehr aufmerksam für Details war. Oft spazierte Helmut zu Fuß durch die Stadt und beobachtete die Arbeit der städtischen Dienste, während sein begleitender Assistent die festgestellten Mängel und Aufträge notierte. Zilk hatte noch ein weiteres charakteristisches Merkmal – er distanzierte sich von „reiner Parteipolitik“

Während seiner Amtszeit als Bürgermeister bemühte er sich intensiv, die Beziehungen zu Israel zu verbessern. Zilk förderte die Gründung des Jüdischen Museums und initiierte die Errichtung des Mahnmals für die Opfer des Holocaust am Judenplatz in Wien. Zudem gelang es Zilk, das U-Bahn-Netz zu erweitern, das Kanalisationssystem am Semmering fertigzustellen und mehrere Krankenhäuser zu eröffnen. Keine Eröffnung oder Vernissage fand ohne Zilks Teilnahme statt. 

Im Dezember 1993 versuchte der österreichische Terrorist Franz Fuchs, den Wiener Bürgermeister zu ermorden. Er schickte ihm ein Paket. Als Helmut es öffnete, gab es eine gewaltige Explosion. Es stellte sich heraus, dass die Postsendung eine Briefbombe enthielt. Zilk erlitt schwere Verletzungen an der linken Hand und verlor zwei Finger. Es ist anzumerken, dass der Terrorist viele ähnliche Pakete an Personen schickte, die seiner Meinung nach von den Idealen eines reinen Österreichs abwichen. Fuchs tötete 4 Menschen und verletzte 15. Im Jahr 1994, nach 10 Jahren im Amt, trat Zilk zurück. Sein Nachfolger im Bürgermeisteramt wurde Michael Häupl.

Helmut Zilk wurde wiederholt beschuldigt, ein Spion des Geheimdienstes der damaligen kommunistischen Tschechoslowakei gewesen zu sein. Er bestritt dies stets. 2009 wurden jedoch Dokumente veröffentlicht, die seine 58 Treffen mit Agenten des Geheimdienstes in den Jahren 1965-1968 offiziell bestätigten. Zilk lieferte Informationen über die politische Situation in Österreich, wofür er mit Geld oder böhmischem Kristallglas bezahlt wurde. 

Das Leben nach der Politik 

1994 kehrte Zilk zum Fernsehen zurück. Er wurde Moderator der Sendung „Lebenskünstler“, in der er verschiedene prominente Persönlichkeiten zu Gast hatte und interviewte. Im Jahr 2006 begannen beim ehemaligen Bürgermeister gesundheitliche Probleme. Er unterzog sich einer Herzoperation, erhielt einen Herzschrittmacher und war seitdem auf Dialyse angewiesen. 

Am 8. November 2008 verstarb Helmut Zilk an Herzversagen. Der ehemalige Wiener Bürgermeister wurde in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. Für seinen Beitrag zur Entwicklung der Stadt und Kultur wurde Zilk mit dem Orden der Freundschaft, dem Großkreuz des Ordens des Weißen Löwen und dem Silbernen Ehrenzeichen der Freiheit ausgezeichnet. Trotz allem äußerten sich Kollegen und die Wiener Bevölkerung positiv über den ehemaligen Bürgermeister.

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