Die Herrschaft von Maria Theresia gilt als eine der längsten in der Geschichte Europas. Diese große Frau regierte nicht nur riesige Gebiete erfolgreich, sondern widmete sich auch der Erziehung von 16 Kindern, wie viennayes.eu berichtet.
Kindheit und Jugendjahre

Maria wurde im Frühjahr 1717 in Wien geboren. Die Kindheit der zukünftigen Kaiserin war nicht einfach, da sie ständig lernen musste und kaum Zeit für Erholung blieb. Den Großteil ihrer Freizeit verbrachte das Mädchen in der Hofburg. Jeden Frühling fuhr sie mit ihren Eltern zum Familienschloss.
Die vielleicht prägendsten Ereignisse in Marias Kindheit waren die häufigen Lehrerwechsel. Ihre Eltern vertrauten ihre Erziehung den Jesuiten an. Die Hauptfächer, die das Mädchen studierte, waren Fremdsprachen, Geschichte, Geografie und weitere. Einen besonderen Stellenwert im Lehrplan hatte die Glaubenslehre. Zusätzlich nahm das Mädchen Tanzunterricht.
Von früher Kindheit an war Maria es gewohnt, im Mittelpunkt zu stehen. Sie unterschied sich von anderen Kindern durch ihren Fleiß; sie wachte um 5 Uhr morgens auf, um sich nützlichen Tätigkeiten wie Lesen oder Sticken zu widmen. Das Mädchen besaß alle natürlichen Anlagen, um Respekt und Anerkennung zu erlangen: Wortgewandtheit und eine majestätische Ausstrahlung.
In den folgenden Jahren erkannten mehrere Könige Maria Theresia als ihre rechtmäßige Thronfolgerin an. Ihr Vater, der für seine Tochter nur das Beste wollte, war sehr um ihr Schicksal besorgt.
Die zukünftige Kaiserin erhielt eine männlich geprägte Erziehung, die sie wohl auf die Herrschaft über ein riesiges Reich vorbereitete.
Im Alter von 14 Jahren wurde Maria die Ehre zuteil, an den Sitzungen des Staatsrates teilzunehmen, wo sie ihre Meinung äußerte.
Eine Liebe fürs Leben

Ihr Leben lang war die schönste Frau Wiens von vielen Männern umgeben. Doch Karl VI. wählte für seine Tochter den besten Anwärter auf ihr Herz: Franz Stephan von Lothringen. Er kam 1724 an den Hof, um dort seine Ausbildung abzuschließen.
Ein wichtiges Ereignis fand im Winter 1736 statt, als der Ehebund zwischen Maria Theresia und Franz von Lothringen offiziell geschlossen wurde.
Aus dieser Ehe gingen 16 Kinder hervor. Trotz ihrer zahlreichen Verpflichtungen kümmerte sich Maria Theresia persönlich um die Erziehung und Bildung ihrer Kinder. Sie entwickelte für sie ein spezielles Ausbildungsprogramm, das Zeichnen, Tanzen, Fremdsprachen und sogar Theateraufführungen beinhaltete.
Die Herrschaft über das Habsburgerreich

Im Jahr 1740 verstarb Karl VI. Infolgedessen bestieg die 24-jährige Maria den österreichischen Thron. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits drei Kinder und musste einen Spagat zwischen Familie und Herrschaft meistern. Für die junge Frau war es nicht einfach, ein so großes Reich zu regieren.
Im Sommer 1741 fand die prunkvolle Krönung Theresias im Martinsdom in Pressburg statt. Vier Jahre später wurde ihr Gatte als Franz I. gekrönt und Maria wurde zur Kaiserin.
Von Beginn ihrer Herrschaft an sah sich Maria Theresia mit Schwierigkeiten konfrontiert. Es gab zahlreiche Anwärter auf ihr Erbe, die nicht bereit waren, ihre Ansprüche an die neue Herrscherin abzutreten. Im Jahr 1748 klärte der Friede von Aachen die Angelegenheit jedoch zu Gunsten von Theresia, die dafür Schlesien verlor.
Im Jahr 1765 verwitwete Maria, als Franz I. starb. Nach diesem Ereignis wurde ihr Sohn Joseph II. zu ihrem Mitregenten. 1772 beteiligte sich Theresia an der Teilung Polens, wodurch ihr Galizien zufiel.
Maria Theresia führte die inneren Staatsgeschäfte mit großer Umsicht. In den Friedenszeiten zwischen den Kriegen initiierte sie Projekte zur Bekämpfung von Korruption und Gesetzlosigkeit. Sie bemühte sich, die Staatsfinanzen zu reformieren, die Gesetzgebung zu verbessern und das Heer zu reorganisieren.
Während ihrer Herrschaft schränkte die Kaiserin den Einfluss der Kirche ein und stärkte die Autorität des Staates. Sie unternahm auch große Anstrengungen zur Förderung von Wissenschaft und Kunst. Dank ihr wurden im Reich zahlreiche Universitäten, Schulen und Gymnasien gegründet. Besondere Aufmerksamkeit widmete die Herrscherin der Entwicklung von Manufakturen und der Förderung des Handels.
Im Jahr 1780 verstarb Maria Theresia. Sie hinterließ ein mächtiges Reich und ein ehrenvolles Andenken.