Sonntag, Mai 10, 2026

Blutige Spur des Nationalsozialismus: Eine Geschichte darüber, wie der Zweite Weltkrieg Wien prägte

Am 1. September 1939 überfiel Deutschland unerwartet Polen, und damit begann das schrecklichste Kapitel der Menschheitsgeschichte – der Zweite Weltkrieg. Hitlers Hauptziel war die Eroberung Osteuropas. Als die Wehrmachtssoldaten Wien besetzten, begann eine Zeit völliger Willkür: Morde und Misshandlungen. All diese Ereignisse hinterließen nicht nur bei den Menschen, sondern auch in der Stadt selbst tiefe Spuren, wie viennayes.eu berichtet.

Das Leid der ganzen Welt

1933 wurde Adolf Hitler zum Kanzler des Deutschen Reiches ernannt. Schon damals äußerte er seine Absichten, den Osten zu erobern. Jedoch nahm niemand diese Erklärungen ernst. 1939 bewies Hitler der ganzen Welt, dass er von seinen Plänen nicht abrücken würde. Der Einmarsch in Polen wurde mit Provokationen und Grenzverletzungen von polnischer Seite gerechtfertigt.

Am 3. September 1939 erklärten Frankreich und Großbritannien Deutschland den Krieg. Zunächst war die Wehrmacht im Krieg gegen Frankreich siegreich. Nachdem sie jedoch Belgien, die Niederlande und Luxemburg durchquert hatte, musste Frankreich kapitulieren und im Juni 1940 den Waffenstillstand von Compiègne unterzeichnen.

Das nächste Ziel der Nationalsozialisten war die UdSSR. Im Juni 1941 startete die Wehrmacht die „Operation Barbarossa“ und überfiel die Sowjetunion. Nach anfänglichen Erfolgen begannen die Blockade von Leningrad und der Vormarsch auf Moskau. Die Schlacht von Stalingrad in den Jahren 1942–1943 wurde zum entscheidenden Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs.

Bald darauf bildeten die USA, Großbritannien und die Sowjetunion die „Anti-Hitler-Koalition“. Infolgedessen stand das Deutsche Reich von allen Seiten unter Druck. 1945 fand die Konferenz von Jalta statt. Dort trafen sich Stalin, Roosevelt und Churchill, um die weiteren Schritte und die politische Zukunft Deutschlands zu erörtern. Als Hitler erkannte, dass es keinen Sieg geben würde und er keinen Ausweg aus der entstandenen Lage fand, beging er am 30. April 1945 im Bunker Selbstmord. Bereits am 8. Mai 1945 kapitulierte die Wehrmacht.

Die schrecklichen Ereignisse in Wien

In Wien nahm die Katastrophe im Frühjahr 1938 ihren Lauf. Der Anschluss erfolgte am 12. März 1938, als deutsche Truppen in Österreich einmarschierten und es dem nationalsozialistischen Deutschen Reich eingliederten.

1939 wurde in Wien die Rationierung von Lebensmitteln eingeführt. Das bedeutet, für Nahrung und grundlegende Güter des täglichen Bedarfs wurden Lebensmittelkarten ausgegeben. Darauf folgten Morde an und Deportationen der jüdischen Bevölkerung.

Ab 1942 wurden Rüstungsbetriebe nach Wiener Neustadt verlegt, da es dort noch keine Luftangriffe gab. Das sollte sich jedoch bald ändern.

In den Jahren 1944–1945 gab es 115 Mal Fliegeralarm im Radio. Anhand des „Kuckucksrufs“ wusste die Bevölkerung, dass es Zeit war, in die Luftschutzbunker zu fliehen. Es folgten rund 52 schwere Angriffe. Bald wurden in der Stadt Flaktürme errichtet, die bis heute stumme Zeugen jener schrecklichen Zeit sind. Der Flakturm in der Stiftskaserne bot beispielsweise Schutz für etwa 15.000 Menschen.

Am 12. März 1945 erlebte Wien einen besonders schweren Bombenangriff. Das Stadtzentrum wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen; die Staatsoper, der Stephansdom und das Burgtheater waren praktisch zerstört. 

Die Schlacht um Wien im Jahr 1945 dauerte eine ganze Woche. Kinder und Frauen waren bereits einige Tage zuvor evakuiert worden. Die sowjetischen Truppen nahmen die Stadt von Westen ein. Sie stießen bis zum Gürtel und zur Ringstraße vor und sprengten alle Brücken über den Donaukanal. Am 13. April verließen die Nationalsozialisten die Stadt. Danach begann unter alliierter Besatzung der Wiederaufbau einer demokratischen Verwaltung. Theodor Körner wurde zum Bürgermeister von Wien ernannt und bildete eine neue Stadtregierung. 

Die Stadtbewohner dachten, das Leben würde sich nun bessern, doch das war ein Trugschluss. Es stellte sich heraus, dass die Alliierten Feinde waren, die um nichts besser waren als die Deutschen. Sie töteten Zivilisten und führten Luftangriffe durch, bei denen fast 9.000 Menschen ums Leben kamen. Rund 21 % der Wiener Häuser wurden zerstört, und alle städtischen Märkte brannten nieder.

Aus all dem lässt sich der Schluss ziehen, dass der Zweite Weltkrieg das Leben der Menschen von Grund auf verändert und in ihren Seelen Trauer und unsagbaren Schmerz hinterlassen hat. 

...